Staufenbiel Red Cougar

So ein kleiner Flieger für die Ferien mit dem man “rumheizen” und segeln kann, das war das Ziel. Und der Hotliner Red Cougar von Staufenbiel kam mir gerade recht:

red-cougar

Das Auspacken der Verpackung war eine Freude. Alle Teile sauber und sicher geschützt sowie im (erstaunlich) kleinen Karton gut fixiert. Auf den ersten Blick sauber verarbeitet, keine Nähte am Rumpf (vgl. Staufenbiel Mantis 😦 ), was will man mehr. Die gut bebilderte Anleitung ist für die ARF Version gemacht (und nutzt Fotos der “alten” Cougar), aber das sollte kein Problem werden dachte ich mir.

Was hat mir dann aber nicht so gefallen hat:

  • Die Gestänge von Seiten- und Höhenruder war so korrodiert, dass sie sich in den Bowdenzugröhrchen nicht mehr bewegten. Staufenbiel hat mir hier aber einen Ersatzrumpf gewährt
  • Das Horn für das Höhenruder würde, wenn man es wie beschrieben (nach hinten gerichtet) einbaut, dem Servo viel Kraft abverlangen. Option ein ist das Horn wie in der FMT 9/21016 beschrieben durch ein Bowdenzugröhrchen zu ersetzen, Option zwei es um 180 Grad verdreht einzubauen (nach vorne gerichtet) und etwa 3mm versetzt zur Mitte, damit es Platz für das abgeknickte Gestänge hat (siehe Foto, Seitenversatz ausmessen!). Habe mich für die zweite Variante entschieden. Das Rudergestänge nach Zentrieren des Servos 6mm nach Austritt aus dem Seitenleitwerk abknicken und dann ablängen.
  • Die Ruderausschläge von 15mm des Seitenruders gingen bei mir nur mit dem innersten Loch des Ruderhorns. Also doch das äusserste Loch genommen, die so erreichten 10mm genügen auch. Das Foto in der Anleitung zeigt übrigends ein anderes Horn als das effektiv Beiliegende.
  • Die Löcher für die Hörner an den Querrudern vorsichtig mit maximal 3mm Tiefe bohren und die Stifte der Ruderhörner entsprechen kürzen, sonst bohrt man durch das Querruder durch…
  • Die im Rumpf eingelassenen Gewinde für die Befestigung der Tragflächen waren zu weit auseinander (ergab einen hässlichen Spalt zwischen den Flächen) und als Paar nicht ganz mittig. Ersteres gelöst über seitliches Ausfräsen der Hülsenlöcher in den Flügeln (ca. 1.5mm), versetztes Einkleben der Aluhülsen, danach auffüllen mit 24h Epoxidkleber. Das Problem Nicht-Mittigkeit musste halt bleiben.
  • Mit einem 175g Akku (2200mAh) musste ich noch 15g Blei in die Spitze kleben um einen Schwerpunkt von 55mm ab Flügelkante zu bekommen.

Generell: Wo 1mm Bohrer steht 0.8mm verwenden, wo 2mm steht 1.8mm. Genügt.

Bericht vom Erstflug 😦

Ideales Flugwetter war das, warm, aber nicht heiss. Und erst noch in den Ferien. Das Gelände genügend gross für Start und Landung und die Hochspannungsmasten genügend weit entfernt. Also Akku rein, Funktionscheck, alles gut, Vollgas, hoch. Kippt etwas nach rechts (obwohl der Akku leicht links der Mitte liegt), also auf meiner Spektrum DX9 26 Klicks (52 Einheiten) nach links getrimmt. Das wars. Höhe nicht getrimmt, hat gepasst. Ein paar Runden geflogen, deutlich einfacher als z.B. meine Me-163 Komet (die ist noch schneller und kleiner).

Dann übermütig geworden: Looping sollte es werden. Vollgas, ging sauber hoch, am Scheitelpunkt Gas weg, runter gehts, Höhe ziehen und: Praktisch nichts! Dreht sich aber um die Längsachse. Loslassen, nochmals Höhe ziehen, gleicher Effekt. Und dann war da schon der Boden. Auch wenn es eine feuchte Wiese war, eine Tragfläche hat es aus der Verankerung gerissen und das Carbonrohr war gebrochen. Leider kein Ersatzflügel erhältlich… 😦

Erklären kann ich es mir inzwischen (nach Augenschein und Reparatur) mit einigermassen hoher Sicherheit: Das Ruderhorn des linken Querruders hatte sich gelöst und beim Abfangen klappte das Querruder etwas nach unten: Drehung nach rechts. Also bei der Reparatur nicht mit Kleber gespart.

Zum Glück war das Carbonrohr ein Rohr und keine Stange. Daher im Bastelgeschäft (http://www.scamora.ch) eine satt passende Stange gekauft, leicht abgeschliffen, mit Uhu Endfest Epoxidkleber bestrichen und eingeklebt. Den abgerissenen Flügel wieder angeklebt, vorher die abgelöste Folie entfernt. mit Tamiya Spachtel die Kanten geglättet und oben und unten schwarz lackiert. Sieht nun aus wie wenn das Absicht wäre…

Nun harren wir auf den Zweitflug… 😉

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