Staufenbiel Mantis

So, heute ist sie angekommen, die Mantis von Staufenbiel. Mein erster Segler überhaupt, gleich mit GFK Rumpf und holzbeplankten und Folie bespannten Styrotragflächen.

mantis

Der erste Eindruck (rein optisch) war etwas enttäuschend. An einer Tragfläche war wohl das Bügeleisen etwas lange auf der Folie drauf gewesen und die Naht in der Mitte des Rumpfes sieht man schon arg deutlich. Mal schauen, ob ich da mit der Airbrush zumindest im weissen Teil was machen kann. Ganz fein und vorsichtig…

Ansonsten halt schon ein schönes Gefühl, die Teile eines 2900mm Seglers in den Händen zu halten. Nun warte ich noch auf Regler und Programmiergerät, dann geht es los (Als Mitglied der Schaumwaffelfraktion hatte ich die Bezeichnung PNP als ‘mit Regler’ falsch interpretiert…)

Wer jetzt schon mal das Flugvideo sehen will: Das hier war mein Kaufgrund.

Mehr bald in diesem Theater…

Aerobel Bleriot XI

Mein erstes Holzmodell! So sieht es auf der Herstellersite aus:

Bleriot fertig 1.JPG

Habe mir das Modell mit Antriebsset gekauft. Die Farben dazu, den Porenfüller mit Verdünner, das Schleifpapier (P400) und den Expressleim bei Hope Modell. Der Herr Oberholzer von Hope Modell war sehr hilfsbereit am Telefon, hat mir erklärt was ich brauche und dann ein Paket zusammengestellt.

Weiteres folgt…

E-flite Pawnee Brave

Fand ich irgendwie cool, als ich den ersten Testbericht der Pawnee gesehen habe: Ein Flugzeug als fliegende Lampe😉 Zudem hat sie ein extrem festes Fahrgestell und recht grosse Reifen, also rasentauglich und geeignet, um meine Schwächen beim Landanflug (zu langsam und dann plumps…) wegzutrainieren.

So sieht sie aus:

Zum Zusammenbauen ist nicht soviel zu sagen.

  • Ich habe die beiden Zusatzservos für die Landeklappen gleich mitbestellt.
    • Das Entfernen der Haltestege für die Landeklappen geht mit einem scharfen Bastelmesser oder Skalpell sehr gut. Einfach bei dem Bereich, der bei den Scharnieren liegt, ist es etwas frickelig und man beschädigt leicht das Scharnier. Von unten etwas Beli Zell draufgetropft (bleibt elastisch) behebt den Ausrutscher…
    • Das Y-Kabel für die Klappen darf man nicht zu bestellen vergessen und auch nicht die Verlängerung für einen der Servos (10cm genügen): Durch die gleiche Ausrichtung in beiden Tragflächen braucht ein Servo mehr Kabel, es endet ohne Verlängerung in der Tragfläche
    • Die Landeklappen bei Kanal 6 am Empfänger eingesteckt, Kanal 6 am Sender auf Switch B gelegt und den Kanal noch reversed.
  • Das in meiner Anleitung beschriebene Y-Kabel für die Innenbeleuchtung braucht es nicht. Vorteil. Die beiden Kabel gehen direkt in eine Steckerplatine, wo schon die Kabel der Rumpfbeleuchtung drin sind. Extrem schwer zugänglich, Nachteil!! Montage bei mir nur mit einer kleinen Zange möglich, da Finger zu dick…
  • Bei der Propeller-/Spinnermontage sehr genau vorgehen und die Welle wirklich soweit wie möglich nach hinten auf den Motor schieben (die Klemmschraube daher nicht von Anfang an nach hinten drücken).Die andere Schraube am Propeller gut anziehen und den ersten Probelauf das Motors so ansetzen, dass der wegfliegende Propeller (war bei mir so…) nichts beschädigen kann.
  • Beim Seitenruder musste ich einen P2 Kreuzschlitz verwenden (den grossen also), sonst hätte ich es nicht ohne Spalt auf den Rumpf bekommen.
  • Die schwarze Farbe beim Akkufach und auf den Tragflächen blättert leicht ab. Nach Nachpinseln kamen zwei Schichten Parkett-/Treppenlack drüber, nun hält es.

Trimmung: Die Klappen haben eine sehr grossen Effekt. Schon bei halben Klappen zieht die Pawnee nach oben. Also Tiefenruder beimischen. Geht bei meiner DX9 so:

  • In die “Function List” gehen, dort das “System Setup” auswählen
  • Beim Trim Setup den “Elevator” auf “F Mode” stellen
  • Eine Stufe zurück und in den “F Mode Setup”. Dort “2/3 Flight Modes” auswählen und im nächsten Schritt den “Switch 1” auf “Switch B” (in meinem Fall) legen

Danach kann man in jeder Schalterstellung und mit der dazu richtigen Geschwindigkeit (keine Klappen – Normalflug + 3/4 Gas, halbe Klappen – Start + Vollgas und ganze Klappen – Landung + 1/2 Gas)  die Trimmung des Höhenruders einstellen (bei mir bei beiden Klappenstellungen +80 Klicks Tiefenruder, in Normalstellung +20 Klicks Tiefenruder, aber das hängt natürlich völlig von der mechanischen Grundeinstellung ab).

Erstflug war ok. Sie zieht beim Start nach links wie erwartet aber mit beherztem Seitenrudereinsatz und halben Klappen kommt man schnell und halbwegs gerade vom Boden weg. Landanflug problemlos mit voll gesetzten Klappen, es muss aber mehr als das 1/4 Gas aus der Anleitung sein (s.o.).

Webcam wird zur Wetterstation

Wie schon in Low Cost Webcam für den Modellflugplatz beschrieben, habe ich ein altes Android Smartphone mit dem Gehäuse eines Aussenstrahlers in eine Webcam für unseren Flugplatz umgebaut. Nach einem Jahr Betrieb war nun der nächste Schritt angesagt. Smartphone bedeutet ja “Option für einen Hotspot” und damit kann man tolle Dinge tun. Z.B. eine Netatmo Wetterstation anschliessen. Das habe ich gemacht und der Station direkt noch ein Wind- und ein Regenmodul spendiert. Ich wollte so immer von zuhause ermitteln können, wie leicht der Flieger sein darf (Wind…), den ich einpacke und ob ich nicht direkt in den Regen fahre…

Wer die Netatmo Station kennt, weiss dass ein cooles Feature die Mobile Apps für iOS und Android sowie die wirklich ansprechende Reporting Website sind. Zu dieser Website lädt die Basisstation auch immer die Wetterdaten hoch, die sie selber misst oder von den Aussenmodulen bekommt. Es gibt eine recht grosse Community für die Netatmo Produkte,  ein API für Programmierer sowie eine Wetterkarte, wo man heutzutage fast sicher eine Wetterstation in der Nähe findet.

Was ich nicht geschafft habe war einen Weg zu finden, wie man die coolen Grafiken halbwegs einfach in eine eigene Website integriert. Also selber gemacht. Da meine Software Entwicklertage schon lange vorbei sind, habe ich etwas Linux-Shell-basiertes gebaut. Denn so konnte ich den Server benutzen, der eh schon die Einzelbilder der Webcam zu einem Zeitrafferfilm zusammenfügt. Zum Glück habe ich zwei Scripts gefunden, die mir die Infos über die vorhanderen Devices und die vorhandenen Wetterdaten auslesen konnten. Ich modifizierte das Letzere so, dass direkt ein bisschen Postprocessing der Regendaten gemacht wird. Die beiden Scripts hier.

Aber wie die Charts generieren? Habe mich vage an ein Tool namens Gnuplot erinnert und das etwas näher angeschaut. Uiiii, das ist mehr nur als das Schweizer Sachmesser der automatisierten Chart-Erstellung. Man kann so ziemlich alles auf der Kommandozeile damit erzeugen. Wird die Excel und PowerPoint Benutzer nicht beeindrucken, aber ich fand es faszinierend. So folgende Script zeigt wie die Temperaturdaten und die Luftfeuchtigkeit angezeugt werden.

reset
set datafile separator ';'
set timestamp "Erstellt am %Y-%m-%d um %H:%M:%S" font ',7'

set terminal pngcairo font ',10' size 640,480
set output 'temperature_humidity_mgu.png'
set style line 1 linetype rgb "orange" linewidth 2 pointtype 7 pointsize 0.3
set style line 2 linetype rgb "brown" linewidth 2 pointtype 7 pointsize 0.3

set title "Temperatur & Luftfeuchtigkeit" font ',14'

set ylabel "Prozent"
set y2label "Grad Celcius"
set ytics nomirror
set y2tics

set timefmt "%Y/%m/%d %H:%M:%S"
set format x "%d.%m.\n%H:%M"
set xdata time
set xtic font ',8'
set xlabel "Uhrzeit" offset 0,-1
set grid

plot "< awk '(NR>4){print;}' temperature_humidity_mgu.csv" using 2:3 title "Temperatur" with filledcurves x1 linestyle 1 axes x1y2, \
 "< awk '(NR>4){print;}' temperature_humidity_mgu.csv" using 2:4 title "Luftfeuchtigkeit" with lines linestyle 2 axes x1y1

temperature_humidity_mgu

Momentan werden die Wetterdaten alle 5 Minuten heruntergeladen

*/5 * * * * cd ~/Dropbox/Apps/joomla && ~/bin/getmeasurecsv.sh && gnuplot ~/bin/wind_angle.gnuplot ~/bin/wind.gnuplot ~/bin/rain.gnuplot ~/bin/temperature_humidity.gnuplot > /dev/null 2>&11

und in Charts für Temperatur/Luftfeuchtigkeit, Regen, Wind-/Böenstärke und Windrichtung transformiert. Batch-basiert. Gnuplot Scripts und Beispiel CSVs hier.

 

 

Cartoon Mustang von Pichler – oder: Hallenflieger-Bauen 101 für Dummies

Die Hallenfliegersaison geht zu Ende und da ich ja immer etwas spät bin, wird mein erster echter 3D Hallenflieger wohl erst auf den letzten Hallenflug-Termin unseres Vereins fertig (Meine Nieuport von Flyzone ist zwar knapp hallentauglich aber sicher nicht 3D). Aber was solls, bei wenig/keinem Wind, kann man Hallenflieger ja auch draussen benutzen…

P1010608

Angetan hat es mir die Cartoon Mustang von Pichler, u.a. auch weil praktische alle meine Vereinskollegen eine Click 4 NG von RC Factory fliegen und ich was anderes wollte (wobei, ist schon scharf was mit der Click auf kleinstem Raum machen kann…). Passend war, dass ich einen Testbericht bei RC-Modellscout gelesen habe und in der Ausgabe 4/2016 von MFI Modellflug ein ebenfalls positiver Testbericht erschienen war. Also los und das Combo-Set mit Motor usw. gekauft. Als Empfänger zu meiner Spektrum DX9 habe ich einen OrangeRx Spektrum DSMX mit 2.7g bei elektromodelle.ch erstanden.

Soweit so gut. Anleitung sollte laut RC Modellscout so beschaffen sein, ‘dass der Aufbau auch von einem weniger geübten Modellbauer zu bewerkstelligen ist’. Well. zumindest jemand, der das zum ersten Mal macht, sei gewarnt: Die 2h schafft man never ever. Ich habe über mehrere Tage/Abend verteilt sicher gut 6h gebraucht. Denn vom Material über die Kleber (CA Sekundenkleber mit Aktivator) bis zur Terminlogie und Symbolik der Anleitung war für mich wirklich alles neu. Daher hier meine Add-On Tipps zur Anleitung.

  1. Anleitung in Ruhe bis zum Ende lesen. Am besten zweimal. Inclusive Vorgeplänkel wie Symboltabellen etc. Echt, es lohnt sich. Insbesondere die Hinweise, wann geklebt wird und wann nicht, wo der Aktivator und wo der Kleber angebracht wird etc. sind extrem wichtig!
  2. Alle Werkzeuge im Vorfeld bereitlegen. Als Kleber genügt der dünnflüssige Sekundenkleber und UHU-Por oder Ähnliches für die Servos (die will/müss man ja eventuell mal ersetzen)
  3. Die weissen Pfeile in der Anleitung bedeuten Drücken bzw. Zusammendrücken (wenn es zwei Pfeile sind). Steht so auch in der Anleitung. Ein dünner schwarzer Pfeil, der mit einem Punkt beginnt, bedeutet Hineindrücken. Steht nicht in der Anleitung…
  4. Alle Stangen und Spanten werden mehr oder weniger ins EPP gesteckt und dann verklebt. Ohne Ausnahme, nichts wird einfach ‘drauf geklebt’. Diese Unkenntnis hat mich direkt bei den Schritten 4 und 5 das Modell (vermeintlich s.u.) versauen lassen und Pichler weiteren Umsatz beschert. Nicht zu sehr sparen beim Hineinträufeln des Klebers in die Ritzen mit den Stangen und Spanten, die Minute, wie in der Anleitung erwähnt, falls möglich warten und dann mit dem Aktivator Spray drüber.
  5. Einige Schlitze für Stangen und Spanten gehen über Klebestellen. Nach dem Verkleben mit dem scharfen Bastelmesser wieder aufschneiden, sonst gibt es Probleme beim Einführen der Stangen und Spanten
  6. Stangen und Spanten kann man sehr gut mit der kurzen Seite eines kleinen Plastiklineals optimal ins EPP drücken. Dann an 2-3 Stellen mit einem Tropfen Sekundenkleber und danach Aktivatorspray fixieren. Nun kann man in Ruhe ‘richtig’ verkleben
  7. Bei allen längeren Klebestellen ist es sinnvoll, zuerst an wenigen Punkten mit Kleber und Aktivator zu fixieren und dann in Ruhe grossflächig zu verkleben
  8. Einige Elemente verklebt man, indem die eine Seite mit Aktivator versprüht und die andere mit Kleber betreufelt wird. Dies am besten (neben der absolut flachen Unterlage) auf einem Blatt Papier machen. Hilft gegen Festkleben, falls etwas Kleber unten aus der Naht herausgedrückt wird. Damit das selten vorkommt, den Sekundenkleber nur auf die obere Hälfte der Naht auftragen. Beim Zusammenpressen wird dieser eh nach unten gedrückt und man kann nach Aushärten auch nochmals von der anderen Seite nachkleben.
  9. Die Unterseite des Rumpfes in die vorgesehene Schlitze des Rumpfmittelteils stecken und maximal nach vorne drücken. Erst danach verkleben
  10. Die Fahrwerksachsen sind minimal zu dick, die Räder drehen sich dadurch nicht. Diese daher vorher mit Schleifpapier etwas abschleifen(rund schleifen!)
  11. Die Stangen, die die Flügel stabilisieren muss man kürzen. Im MFI stand 15mm, bei mir waren es eher 13mm. Auf jeden Fall erst kürzen. wenn die Stange fest im Flügel steckt…
  12. Die Servos brauchen Verlängerungskabel von ca. 25cm. Nicht vergessen mit zu bestellen.
  13. Die Montage der Feststellklemmen für die Schraubgewinde der Servostangenfixierung ist mega frickelig. Aber, man glaubt es kaum, sie halten sehr gut und werden spätestens bei den Seiten- und Höhenruderservos zwindgend gebraucht. Nicht einfach weglassen…
  14. Die Verschalungen an der Unterseit des Fliegers wirklich erst ganz am Schluss anbringen
  15. Da ich den Motor nicht an den Regler anlöten wollte, habe ich Laborsteckverbinder von Conrad benutzt. Die Plastikhüllen in der Mitte durchgeschnitten, sodass man die Verbindungen tauschen kann (Motordrehrichtung ändern ohne den Regler umprogrammieren zu müssen)
    P1010589
  16. Den Motor habe ich oben und links über einer Unterlegsscheibe von 0.8mm Dicke (bei den beiden anderen Schrauben nichts) am Träger festgeschraubt. Gibt damit bei einem Schraubenabstand von 30mm einen Winkel von ca. 1.5 Grad nach unten und nach rechts. Passt so gut in die 1-2 Grad, die die Anleitung empfiehlt. Wichtig: Zuerst die Schrauben ohne Unterlegscheiben anziehen, dann leicht die mit Unterlegscheiben.
    P1010614
  17. Regler habe ich in Flugrichtung links unten verbaut, den Empfänger rechts unten. Das Kabel des Reglers zum Empfänger beim Querruder-Servo durch den Rumpf gedrückt, für das Kabel zum Akku habe ich ein kleines Loch mit dem Skalpell geschnitten. Im (veralteten) Bild ist der (schwere 650mAh) Akku zu weit vorne. So ist die Kiste sehr kopflastig.Mit doppelt so langem Klettband kann man die Position des Akkus viel flexibler bestimmen. Der 650-er Akku bei mir dann knapp eine halbe Akkulänge von der Spitze entfernt.
    P1010591
  18. Die mitgelieferte Luftschraube wird mit einem (ebenfalls mitgelieferten) O-Ring auf dem Motor fixiert (d.h. über die beiden seitlich abstehenden Schrauben gestülpt). Zuvor noch etwas aufbohren (7mm Bohrer), das beim Bohren entstandene Material entfernen (z.B. mit einem 3.2mm Bohrer, dann passt das Ding auch auf die meisten Propellerwagen) und den Aluadapter einsetzen.
    P1010613Aaaaaber: Nach den ersten Erfahrungen würde ich den mitgelieferten Propeller nicht mehr verwenden (oder gar weitere kaufen, wie ich es getan habe). Viel besser sind die GWS 8×4.3″ Propeller, habe ich mir bei http://www.elektromodelle.ch bestellt. Weil

    1. Sind sehr günstig
    2. Leicht und flexibel
    3. Muss man nicht aufboren
    4. Viel leiser und vibrationsärmer
  19. Auch die mitgelieferten O-Ringe sind so an der Grenze. Entweder vor der Befestigungsschriebe jeweils einmal kreuzen oder solche von Scamora nehmen: Sind 18.5mm statt 20mm und stärker.
  20. Das Austarieren des Propellers mit einer Propellerwage ist IMHO Pflicht (einfach am Ende schrittweise ganz wenig abschleifen, bis der Propeller sich in der Waage nicht mehr dreht). Reduziert Geräusche und Vibrationen um Einiges, d.h. gerade beim Originalpropeller, der schwerer als der GWS ist, besonders wichtig.

Robustheit: Da kann man nicht meckern, echt. Am Erstflugtag das Ding dreimal  wirklich in die Wand gefahren. Natürlich hat es Brüche an der Rumpfspitze gegeben, aber die waren mit CA Kleber und Aktivator vor Ort schnell repariert. Und am restlichen Flugzeug hat man nix gesehen. Echt Klasse!

Zum Schluss sei noch zu sagen, dass mich der Ehrgeiz doch noch gepackt hat und ich die beiden sehr gut festgeklebten Spanten des 1. Bausatzes wieder vom Höhenruder trennen konnte (Skalpell, Durchschneiden des Klebers neben den Spanten und viel Gefühl beim Unterfahren mit dem Skalpell unter die Spanten). Also habe ich wieder einen Bausatz, mit dem man was machen kann. Werde was Schönes malen, z.B. die Kimberly Kay (ein Tuskagee Bemalungsvariante der P-51D)…

Schaumwaffel Ruder’scharniere’ ersetzen

Nach ein paar Überschlägen im Rahmen des Einfliegens meiner Durafly Corsair lag plötzlich das Seitenruder neben dem Flugzeug. Und jeder weiss ja, “Zweimal bücken” ist nicht gut nach einer Landung…😉

Zuerst dachte ich, dass es das dann war für die Kiste. Bis mir einfiel, dass ich mal in einer Zeitschrift etwas zum Bauen von Ruderscharnieren aus Plastik-Schnellheftern gelesen hatte. Und es eigentlich im Rahmen des Trojan Tunings ausprobieren wollte (nur ist dies auch 2 Jahre nach Start immer noch nicht fertig…). Siehe hier

Also als erstes die Überreste des zerfetzten ‘Scharniers’ (d.h. der dünne Steg aus EPP zwischen Seitenleitwerk und Seitenruder) sauber abgeschnitten (Geht gut mit einem Skalpel oder einem ähnlich scharfen Messer) Grundiert/lackiert. uind dann je einen langen Schlitz in die Mitte geschnitten für die Aufnahme des Scharniers.

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Aus einem Plastikschnellhefter (durchsichtig) ein Stück rund um den Falz abgeschnitten und mit Beli-Zell in das Seitenleitwerk eingeklebt. Ein paar Stunden gewartet, den herausgequollenen Beli-Zell vom Scharnier entfernt (wieder mit dem Skalpel) und danach das Seitenruder angepasst. Im unteren Bereich musste ich dazu das Scharnier noch etwas in der Breite reduzieren wegen der Schrauben der Ruderanlenkung.

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Fertig, sieht gut aus und ist stabil. Ein harter Schlag von oben (z.B. bei einem Überschlag) kann das Ruder aber trotzdem wieder ablösen. Was für mich ok ist, denn so kann ich es im Zweifelsfalls abnehmen, reparieren etc. Wer das nicht will, der muss mit Epoxid-Kleber ran.

Hacker Me-163

Ich wollte schon immer eine, nun habe ich eine: Eine Me-163 Komet. Schön in rot, wie die erste Testmaschine auch war. Weil ich mir nicht traue, habe ich direkt alle Schaumteile als Ersatz und 4 weitere Propeller dazu gekauft…😉 Die wichtigste Sache ist wohl das Verstärken zumindest der Flügelvorderkanten mit mattem (effektiv seidenmattem) Parkettlack (zwei Schichten). Das macht sie deutlich unempfindlicher bei Aussenlandungen z.B. in Rapsfelder…

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Ein bisschen optisches Tuning war schon notwendig. Zum einen ein schwarzes Ende des Strahlrohres (im Lieferzustand war das einfach weiss gelassen, brrr…):

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Und das Cockpit wird mit grauer Farbe angedeutet. Ursprünglich wollte ich eine Pilotenfigur reinsetzen, aber dazu hätte ich den Boden des Cockpit Elementes herausschneiden müssen, selbst für den kleinsten einigermassen Scale-grossen Pilotenkopf hat es keinen Platz.

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Die drei Plastikscheiben bekommt man einfach weg, indem man an einer Stelle z.B. mit einem Skalpel drunter fährt und sie beginnt abzulösen. Danach mit den Finger und wippenden Bewegungen weitermachen, da geht nix kaputt. Den Kleber kriegt man mit geduldigem Rubbeln nachher von den Scheiben problemlos weg. Die rote Farbe zum Nachlackieren ist Acrylfarbe von Ruco, Farbton L140, gekauft bei Mira Brand (http://www.mirabrand.ch, siehe auch Blog Post Airbrushing).

Aufbau des Fliegers

Etwas Uhu in den Schlitz des Höhenleitwerks, fertig. Rechtes Querruder in Ausgang Kanal 1 des Empfängers, linkes in Ausgang Kanal 2. Regler in ausgang Kanal 3. Den Empfänger an die Wand gegenüber Regler mit Klettband befestigt, das wars, dachte ich zuerst.

Einstellen des Senders

Deltamischer, was ist das? Und wieso funktioniert nach dem REV auf die Querruder das Höhenruder in die falsche Richtung? Die Anleitung lässt einen hier ziemlich im Regen stehen, aber Google ist ja dein Freund. Am Schluss sieht alles ganz einfach aus, aber bis ich da war… Um es Nachfolgern etwas leichter zu machen, hier die Screenshots der relevanten Screens aus meiner T8FG, LNK Menü.

0_IMG_1366  D_IMG_1367 F_IMG_1370  E_IMG_1369  G_IMG_1371  G_IMG_1377

Die Servomitte ist so gewählt, dass die Unterkante der Querruder auf einer Linie (oder leicht drüber, wie mans halt sieht) mit dem Flügel ist. Die Wege so wie in der Anleitung eingestellt. Wobei sich die Wege der Höhenruder einfach so ergeben, da kann man nix einstellen.

Ein kleines Hoppala war noch das Höhenruder, dass in die falsche Richtung ging. Einfach rechtes und linkes Querruder am Empfänger von Kanal 1 auf 2 tauschen und umgekehrt, dann stimmts.

Einfliegen

Uuuuiiiih… Die flog aber doch etwas anders als in der Anleitung angegeben (“Bei Halbgas gegen den Wind leicht nach oben werfen” steht da und im Video sieht das ja auch so ganz einfach aus: https://www.youtube.com/watch?v=efd7vSxTjo8). Zum Glück ist die Komet etwas frontlastig (selbst bei voll nach hinten platziertem Akku) und sehr stabil…. Die ersten zwei Mal hat sie noch den Boden geküsst, nach diversen Tests kann ich aber für mich sagen: Start geht am besten bei Vollgas und dann bei ca. 30 Grad noch oben gegen den Wind werfen. Dann hat man genug Zeit um die Knüppel wieder in die Hand zu bekommen und der Flieger kommt auf Geschwindigkeit bei relativ gerader Fluglage. Danach kann man zum Cruisen auch wieder auf Halbgas.

Ich musste die Querruder trotz maximal nach hinten bis an den Anschlag geschobenem Akku (den empfohlenen 500mAh 3S von Hacker, aber viel weiter nach hinten als in der Anleitung gezeigt) beim Erstflug noch 25 Klicks nach oben trimmen. Habe dann aber die Trimmung am Sender durch etwas mehr Querruderausschlag nach oben ersetzt, daher auch zur Info meine Nullpunkteinstellung weiter oben. Die Maschine rollte mir leicht nach links, 20 Klicks nach rechts getrimmt und gut ist.

Aber Spass macht das Teil schon. Die Landungen sind inzwischen auch nicht schlecht, aushungern scheint aber keine so gute Idee zu sein, eher zügig anfliegen, Motor aus und abgesetzt… Einen satten Crash in einen Acker hatte ich auch schon, ist nicht viel passiert und optisch mit Farbe und Parkettlack gut kaschiert.

Das Nächste ist mal den 6×5.5 Propeller statt dem 6×5 probieren. Empfiehlt Hacker zumindest auf der Homepage.

[Update 2015-09-04]

Neuen Propeller probiert, den 6×5.5. Wow, das geht ab, nehme aber doch noch Vollgas beim Starten…🙂

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[Update 2016-02-08]

Habe das Ding über Weihnachten fast senkrecht in den Boden gerammt. Cockpit weggeflogen und angebrochen, Plastikglas weg, ein paar Runzeln am vorderen Rumpf, ein paar Dellen an der Flügelvorderkante. Also nichts, was Styroporkleber, etwas Moltofill Modellierspachtel und Farbe nicht wieder hinbekommt. Ok, Propeller war natürlich hin, aber selbst die Motorwelle war ok (lag vielleicht auch an der weichen weil gut durchnässten Wiese…🙂 ).